Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg/Unstrut

Die Geschichte der Sektmarke Rotkäppchen geht auf das Jahr 1856 zurück, als die Brüder Moritz und Julius Kloss zusammen mit Carl Foerster im sächsischen Freyburg ein Weingeschäft gründeten. Fünf Jahre später stellte die Firma Kloss und Foerster erstmals auf der thüringischen Gewerbeausstellung eigenen Sekt unter französische anmutenden Namen wie Monopol, Crèmant Rosé und Lemartin Frères vor. Nach einem Namensrecht-Prozess wurde die Marke Monopol durch Rotkäppchen ersetzt.

Der neue Markenname rührt von den roten Aluminiumhauben auf den Flaschen her. Unter der Marke Rotkäppchen bietet die Rotkäppchen Sektkellerei heute zehn Sektsorten, die teilweise neun Monate in Gewölben heranreifen, und seit 2006 vier verschiedene Weine an. Rotkäppchen Sekt ist ein typisches Ostprodukt, das einen großen Siegeszug angetreten hat. Heute wird Rotkäppchen Sekt in Ost und West gern getrunken und verfügt inzwischen über eine hohe Markenbekanntheit. Der Slogan lautet "Phantasie aus tausend Perlen".

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Rotkäppchen-Sektkellerei durch die Sowjets stark beobachtet bzw. zensiert. Dann übernimmt ein Treuhänder. 1948 wird der Betrieb enteignet, ist von nun an Volkseigentum und trägt den Namen VEB Rotkäppchen-Sektkellerei Freyburg/Unstrut. Es handelt sich um die einzige Sektkellerei im Osten Deutschlands. Ende der 50er Jahre führt der Betrieb das Transvasierverfahren ein.

Ab 1970 gehört er zum VEB Getränkekombinat Dessau, später zum VEB Kombinat Spirituosen, Wein und Sekt Berlin. 1975 wird er nebenbei auch noch zum Forschungsinstitut für Wein- und Sektkunde der DDR.

Nach der Wende bzw. der Übernahme der Marken Mumm, Jules Mumm, MM Extra und Geldermann ist das Unternehmen an den vier Standorten Freyburg an der Unstrut, Hochheim, Eltville und Breisach tätig.

Auch die ursprüngliche Marke Koss und Foerster, die nach der Enteignung im Jahr 1984 nach Rüdesheim gezogen war, gehört seit dem Jahr 2006 wieder zur Rotkäppchen Sektkellerei. In der Rotkäppchen-Sektkellerei Freyburg/Unstrut werden auch Führungen für Besucher angeboten. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 300 Mitarbeiter.