Henkel und Persil-Werk Genthin

Die Henkel KGaA gehört mit ihren Tochtergesellschaften zu den weltweit führenden Unternehmen in den Geschäftsfeldern Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie Klebstoffe, Dichtstoffe und Oberflächentechnik unter dem Namen Adhesives Technologies (Klebstoff Technologien).

Erstes Produkt war im Jahr 1876 ein von Unternehmensgründer Fritz Henkel entwickeltes Universalwaschmittel aus Wasserglas und kalziniertem Soda. Der internationale Durchbruch gelang 1907 mit Persil, dem ersten "selbsttätigen" Waschmittel der Welt, dessen Erfolg den Ruf des Unternehmers als Markenartikelhersteller begründete. Nach dem 1. Weltkrieg konsolidierte Henkel diesen Ruf mit weiteren Markenartikeln im Haushaltsbereich: "Henkel's Bleich-Soda" wurde in Henko umbenannt und avancierte mit Persil und Sil zum "Triumvirat der Wäschepflege", 1920 kam das Scheuerpulver Ata hinzu, 1929 der Allzweckreiniger Imi.

Ab 1921 wurden die Wasch- und Reinigungsmittel im sogenannten Waschmittelwerk Genthin produziert. Ein Jahr später nahm das Unternehmen auch die Eigenherstellung von Klebstoffen auf. Nach einem mühsamen Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ab 1950 auch bei Henkel das "Wirtschaftswunder" im Westen Deutschlands ein.

Währenddessen wurde in der sowjetischen Besatzungszone hingegen das Genthiner Waschmittelwerk enteignet und zunächst als VEB Persil-Werk, später dann als VEB Waschmittelwerk Genthin, weitergeführt. Zu Beginn wurde weiterhin Persil in der ostdeutschen Stadt hergestellt. Dies führte jedoch zu einem Namensrechtsstreit mit dem westdeutschen Hersteller, sodass es von da an kein Ost-Persil mehr gab. An dessen Stelle trat ab 1968 Spee, das in kürzester Zeit zum beliebtesten Waschmittel der DDR wurde.

In der BRD wiederum war bereits 1949 war das Feinwaschmittel Perwoll auf den Markt gekommen, im gleichen Jahr brachte die spätere Tochterfirma Schwarzkopf das Produkt Schauma auf den Markt. Henkel festigte nicht nur mit Marken wie Weißer Riese, Somat, Pril und Der General seine herausragende Position im Wasch- und Reinigungsmittelmarkt, sondern setzte mit Pattex und Pritt auch auf dem Klebstoffmarkt bis heute gültige Standards. Das Unternehmen betrieb eine konsequente Akquisitions- und Beteiligungspolitik sowie fortschreitende Diversifizierung und konnte so in den 1970er Jahren mit Marken wie Creme 21 oder Fa (1977) auch den anspruchsvollen Kosmetik- und Körperpflegemarkt erobern.

Mit dem Erwerb von Aok und Schwarzkopf rundete Henkel das Produktportfolio in diesem Bereich ab. Gleichzeitig entwickelte man sich zu einem bedeutenden Hersteller im Bereich Oberflächentechnik und Chemieprodukte. Im Jahr 2002 präsentierte sich Henkel in neuer weltweit einheitlicher Corporate Identity. Seit 2009 gibt es die Produktionsstätte in Genthin nicht mehr. Die Produktmarken behalten nach wie vor ihr Markendesign und tragen zugleich das einheitliche Firmenlogo, den Namenszug Henkel in rot umrahmtem Oval.