Essig und Senffabrik Bautzen

Der Beginn der Senfherstellung im sächsischen Bautzen datiert sich auf das Jahr 1866. In der damaligen Deutschen Demokratischen Republik wurde die gelbe Würzpaste, auch Mostrich genannt, ab 1953 unter der Marke Bautz´ner Senf im Volkseigenen Betrieb (VEB) Essig- und Senffabrik Bautzen hergestellt. Dieser wurde später in den Volkseigenen (VEB) Lebensmittelbetrieb Bautzen umbenannt. Hier wurde der erste Bautz´ner Senf mittelscharf abgefüllt. Schon bald erreichte dieser eine große kulinarische Akzeptanz sowie einen hohen Wiedererkennungswert und avancierte zum beliebtesten Senf Ostdeutschlands.

Nach der Wiedervereinigung wurde der Betrieb von der bayrischen Traditionsfirma Develey Senf & Feinkost mit Sitz in Unterhaching gekauft, welche dann in eine in Bautzen ansässige innovative Senf- und Feinkostfabrik investierte. Develey profiliert sich seit vielen Jahren erfolgreich mit einem Gros hochwertiger regionaler Spezialitäten und so erfolgte der Neustart unter der übergeordneten Marke Bautz’ner. Diese präsentiert sich auf ihrer Internetseite mit dem Slogan „Wenn im Osten Deutschlands jemand erfolgreich seinen Senf dazugibt, dann ist es Bautz'ner. Komm' auf den Geschmack“. Jährlich verlassen über zehn Millionen Kilogramm der Würzpaste, das sind etwa 24 Millionen Senfbecher, dieses Unternehmen. Damit ist der Hersteller mit 64 Prozent im Osten und 22 Prozent im Westen gesamtdeutscher Marktführer. Die Investitionen von Bautz´ner belaufen sich auf stattliche zwölf Millionen Euro, weitere viereinhalb Millionen Euro wurden für einen neuen Kommissionier- und Versandbau mit einer Nutzfläche von 3000 Quadratmetern getätigt.

Für 2012 und 2018 sind zwei Hochraumregallager mit jeweils 75000 Stellplätzen geplant. Die Frage zum Export ist laut dem Werksleiter schnell zu beantworten: „Senf braucht Heimat. Deshalb verkaufen wir ihn nur in Deutschland und exportieren ihn nicht.“

Die Senfstadt Bautzen ist stolz auf ihren Erfolg, denn laut Statistik isst fast jeder vierte Deutsche Bautz´ner Senf. Das Senfmuseum in dieser Stadt ist eine Reise wert - antike Menagen und Senfdosen, außergewöhnliche Kochbücher, eine einmalige Senftheke mit außergewöhnlichen Senfsorten zur Verkostung sowie der Senfladen mit der Möglichkeit, die Köstlichkeiten gleich vor Ort zu erwerben.