Club-Cola

Als im Frühjahr 1967 der „VEB Chemische Fabrik Miltitz“ ein Etikett für Club-Cola anmeldete, konnte noch niemand ahnen, welch wechselvolle Geschichte diesem DDR-Kultgetränk bevorstand. Wem allerdings das Rezept für Club-Cola zu verdanken ist, weiß heute niemand mehr.

Auf jeden Fall begann in der DDR 1967 ein wahrer Run auf dieses Getränk, mit dem man den berühmteren Colas im Westen die Stirn bieten wollte. Kaum war Club-Cola auf dem Markt gab es zwar Lieferengpässe, aber vor allem Jugendlich hatten „ihr“ Getränk entdeckt und standen dafür Schlange. Keine Party, keine Feier kam ohne dieses koffeinhaltige Getränk aus, obwohl es sich geschmacklich deutlich von den sogenannten West-Colas unterschied, aber mit Wodka, Rum und anderen Spirituosen gemixt, wurde es zum Kultgetränk Nummer 1, und zwar nicht nur in der DDR, sondern auch in vielen anderen damaligen Ostblockländern.

Nach der Wende wurde das Ende von Club-Cola prophezeit, man gab diesem speziellen DDR-Produkt wie vielen anderen Produkten auch keine Chance mehr. 1992 jedoch tauchte völlig überraschend Club-Cola wieder in den Supermärkten in den „neuen“ Bundesländern und in Berlin wieder auf, und zwar mit dem hundertprozentig identischen Geschmack, wie ihn die ehemaligen DDR-Bürger noch in Erinnerung hatten.

Grund für die neuere Erfolgsgeschichte der Club-Cola war auch die Zeit, in der viele Ostprodukte eine Rückkehr in die Ladenregale feierten und eine regelrechte Ostalgiewelle losbrach. Allerdings nur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, im Westen der Republik konnte sich Club-Cola zumindest bis heute nicht durchsetzen.

Dem Kultgetränk Club-Cola hatte sich die „Spreequell Mineralbrunnen GmbH“ in Berlin angenommen, die sich als Getränkehersteller schon lange einen Namen gemacht hat. Neben Club-Cola werden von „Spreequell“ Mineralwässer, Limonaden aller Geschmacksrichtungen hergestellt. Touristen kaufen Club-Cola, „Ampelmännchen Apfel-Granatapfel“ und „Ampelmännchen Apfel-Kiwi“ gerne als Souvenir oder Mitbringsel, Getränke, die für „Westler“ immer noch ein Gefühl von Exotik hervorrufen.